OMM – Onlineschlafberatung zur Müdigkeitsminderung

Vorstudie zur Entwicklung eines internetgestützten Programms zur Prävention von Schlafstörungen insb. bei Mitarbeiter/innen im Schichtdienst:
Onlineschlafberatung Müdigkeitsmilderung (OMM) (Oktober 2016 bis März 2018)


Ziel des Vorhabens ist es, ein internetgestütztes Programm zu entwickeln, das zur Prävention von Schlafstörungen eingesetzt werden kann und verhaltensorientierte Bausteine zum besseren Umgang mit Schlafproblemen enthält. Neben einem Selbsttest zur ersten Einschätzung von Schlafstörungen, einem Schlaftagebuch zur Kontrolle der Schlafeffizienz, setzt das Programm wesentlich auf eine individualisierte Onlineberatung, die Hilfe und Unterstützung bei der Verbesserung der Schlafeffizienz leisten und zur Verminderung der Symptome des SWD beitragen kann. Die wesentlichen Bausteine, die im Rahmen des OMM-Programms entwickelt werden sollen, sind:

Wer kann mitmachen?
  • Selbsttest
  • Schlaftagebuch
  • Auswertung und Feedback
  • Onlineberatung
  • Evaluationsmodule

Das Projekt ist eine Kooperation der Sprechstunde für Chronobiologie der PMU, Klinikum Nürnberg und des Institut für E-Beratung an der TH Nürnberg.

Da in der heutigen mediatisierten Alltagswelt die internetgestützte Kommunikation selbstverständlich geworden ist und jederzeit zur Verfügung steht (z.B. über Smartphone), soll insb. dieser Kommunikationskanal für das Präventionsprogramm genutzt werden. Nachdem mittlerweile in Deutschland Gesundheitsinformationen weitgehend im Internet gesucht werden (69% der Deutschen nutzen das Internet, 68% nutzen Ärzte als Informationsquelle zu gesundheitsrelevanten Themen; GIM Studie 2015) und nach einer repräsentativen Studie für fast die Hälfte aller Deutschen (43,7%) das Internet im Bedarfsfall bei psychosozialen Problemen eine Anlaufstelle darstellt (Eichenberg/Brähler 2013), bietet sich eine internetgestützte Form der Prävention von Schlafstörungen geradezu an.
Die Vorteile liegen zum einen in der Unabhängigkeit von Sprechzeiten und Terminvereinbarungen, und zum anderen in der Ersparnis von Fahrtzeiten und –kosten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit über eine geschützte Verbindung niedrigschwellig von verschiedenen Orten, z.B. von zuhause aus, am Programm teilzunehmen. Damit können wesentlich mehr Personen erreicht werden als durch ärztliche Konsultationen und – sofern entsprechende Beratungsfachkräfte zur Verfügung stehen – auch bereits in einem frühen Stadium Schlafprobleme wirksam angegangen werden, bevor es zu einer Chronifizierung kommt. Aufgrund der vielen Vorteile ist eine deutlich höhere Akzeptanz, Wirksamkeit und Linderung der Schlafstörungen zu erwarten.

6wochen

Abbildung: Sechswöchiger Zeitverlauf des Präventions- und Interventionsprogramms zu Schlafstörungen

Ein studentisches IT-Projekt unter Leitung von Prof. Joachim Scheja wird sich der technischen Ausgestaltung des Schlaftagebuches annehmen, im Sinne einer Nutzer- und Berateroptimierten Ablaufsteuerung. Die bearbeitenden Bachelorstudenten der Wirtschaftsinformatik sind: Marco Fuchs, Dominik Pusch und Tim Schwarte.

Das Forschungsprojekt wird von der STAEDTLER Stiftung mit einer Förderung in Höhe von 40.000 Euro unterstützt. (Förderzeitraum 09/2016-03/2018)


Prof. Dr. Kneginja Richter beim Kongress Hack and Make