TriN – Trialog im Netz

Onlineberatungsplattform im Projekt Trialog im Netz (TriN) an der Robert Kümmert Akademie in Würzburg (Mitte 2018 bis Mitte 2021 gefördert vom BMBF) – Beratungsstart: 20.02.2020.


Die Projektidee Trialog im Netz (TriN) will den Prozess der Implementierung des neuen Berufsbildes „Genesungsbegleiter“ unterstützen, mittels eines zu entwickelnden digital gestützten Informations- und Unterstützungsangebots mit interaktiven Beratungsangeboten das deutschlandweit Unternehmen wie Arbeitnehmer/innen zur Verfügung steht. Genesungsbegleiter/-innen sind Menschen, die schwere psychische Krisen überwunden haben und nach einer Qualifizierung für Unternehmen der psychiatrischen Versorgung als „Experten aus Erfahrung“ bei ihrer Arbeit unterstützen können.
Ziele sind u.a. die stärkere Verbreitung der Ausbildungsangebote, damit einhergehend eine höhere Zahl ausgebildeter Genesungsbegleiter, mehr Unternehmen, die Genesungsbegleiter anstellen sowie eine verbesserte Zuordnung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer/innen.
Das Institut für E-Beratung der TH Nürnberg Georg Simon Ohm verantwortet im Verbund schwerpunktmäßig die Koordination der technischen Entwicklung der digitalen Plattform, die Schulung der Onlineberatenden sowie die begleitende Evaluation.

Vernetzung in TriN

Zum 20.02.2020 startet die Onlineberatung auf trinetz.de. Ab sofort können Genesungsbegleiter*innen und Interessierte, Angehörige, Trainer und Arbeitgeber sich über Foren austauschen und individuelle Anfragen über Mailberatung stellen. Eine Stellenbörse und eine Wissensdatenbank komplettieren das Angebot.
Bis zum Launch der Seite arbeiteten die Projektpartner mit Hochdruck an der Content-Erstellung. Informationen rund um das Thema „Genesungsbegleitung“ wurden recherchiert, bearbeitet und veröffentlicht. Neben den recherchierten Informationen wurden Erfahrungsberichte in Form von Interviews und Filmen bereitgestellt.



Die am Institut für E-Beratung entwickelte Software zur Onlineberatung wurde an die Beratungsbedürfnisse in TriN angepasst und wird seither von Ratsuchenden im Frontend und Berater*innen im Backend genutzt.

Diese mit HTML-iFrames in die Webseite eingebundene E-Beratungssoftware eignet sich zur vollständigen und datensicheren Implementierung einer Online-Beratungsstelle. In TriN ermöglicht die Mailberatung eine datengeschützte, anonyme und persönliche Beratung von Ratsuchenden durch Berater*innen. Des Weiteren können können sich Ratsuchende untereinander im öffentlichen Forum austauschen oder auf Stellensuche in der Stellenbörse gehen.

Das Lesen von Stellenanzeigen oder Forenbeiträgen ist ohne Anmeldung möglich. Sobald ein Beitrag verfasst wird in der Mail- oder Forenberatung ist eine Registrierung bzw. ein Login erforderlich.

In die Entstehung und Auswahl der Plattforminhalte auf trinetz.de floss maßgeblich die Expertise der Fokusgruppe von TriN ein. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Projektpartnern EX-IN Deutschland e.v. und weiteren Experten zum Thema „Genesungsbegleitung“ aus ganz Deutschland. Im Jahr 2020 hat sich diese Gruppe zu einer sehr stark vernetzten Arbeitsgruppe formiert, die sich regelmäßig virtuell austauscht.


Das Projekt läuft von Juli 2018 bis Juni 2021 und wird finanziert durch Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme: Digitale Medien in der beruflichen Bildung, Förderbereich: Inklusion durch digitale Medien in der beruflichen Bildung. Derzeit macht das Projekt eine Sommerpause. Trinetz wird in dieser Zeit nicht ganz so dicht betreut. Im September startet das Projektteam mit neuer Unterstützung, voraussichtlich mit einer Anschlussförderung.

Veröffentlichungen

Baatz-Kolbe, Christel & Zauter, Sigrid (2021): Trialog im Netz – Aufbau einer bundesweiten Online-Beratungsplattform: Chancen für Vernetzung und Verbreitung rund um das Thema Genesungsbegleitung in der psychosozialen Onlineberatung. In: Carolin Freier; Joachim König; Arne Manzeschke & Barbara Städtler-Mach (Hrsg): Gegenwart und Zukunft sozialer Dienstleistungsarbeit. Wiesbaden: Springer Verlag.
Interview: Christel Baatz-Kolbe: Die Genesungsbegleitung ist aus dem sozialpsychiatrischen Hilfesystem nicht mehr wegzudenken