Abschlussarbeiten Themen

Als Studierende der TH Nürnberg haben Sie die Möglichkeit in Kooperation mit dem Institut für E-Beratung eine praxisorientierte Abschlussarbeit (Bachelor, Master) zu verfassen. Im Anschluß finden Sie Themenvorschläge, vergebene Themen sowie Tipps für Ihre ersten Schritte.

Mögliche Themen

Evaluation von Beratungsforen
Das Institut für E-Beratung beteiligt sich immer wieder am Aufbau unterschiedlicher Onlineberatungsangebote und ist an der begleitenden Evaluation interessiert, die zentralen Fragen zu Wirkung, Reichweite und Erfolg nachgeht.

Es besteht eine Forschungskooperation mit der > bke-Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (> bke) in deren Rahmen Fragen zu Beteiligungsmustern, Nutzererwartungen, Zufriedenheit und Wirkungsfragen oder auch Beratungsqualität nachgegangen wird.

Im Projekt > casotex erarbeitet das Institut für E-Beratung kooperativ mit den Fakultäten Informatik und Sozialwissenschaften an der Erforschung der Einsatzmöglichkeiten aktueller maschineller Lernverfahren zur automatisierten Analyse sozialwissenschaftlicher Texte. Mithilfe solcher Big Data-Methoden werden digital vorliegende Konversationsprotokolle aus den Online-Beratungen, die das Institut für E-Beratung begleitet, analysiert. Anhand konkreter sozialwissenschaftlicher Fragestellungen zu Wirkungszusammenhängen in der Onlineberatung soll mit computerlinguistischen Methoden untersucht werden, inwiefern aktuelle maschinelle Lernverfahren qualitative Analysen unterstützen bzw. ergänzen können, wo die Grenzen der Verfahren liegen und wie bei deren Einsatz vorzugehen ist.

Onlineberatung für (psychisch) behinderte Menschen
Seit 2016 gibt es die Fachgruppe > InkluDi. Der Name der Fachgruppe bildet sich aus der Inklusion und Digitalisierung im Arbeitsfeld Rehabilitation an der TH Nürnberg, Fakultät Sozialwissenschaften: kurz InkluDi. Initiatoren der Fachgruppe sind Prof. Dr. Ruth Limmer, Fakultät Sozialwissenschaften und Dipl. Sozpäd. Sigrid Zauter, Institut für E-Beratung. Ziel der Fachgruppe ist die Vernetzung zur Beförderung neuer, innovativer Arbeitsansätze.

Eine mögliche Fragestellung für studentische Arbeiten ist, inwiefern Onlineberatung für psychisch gehandicappte Menschen den übergang in Arbeit befördern kann. Neben den allgemeinen sozialen Online-Beratungsangeboten, die häufig sehr breit zur allgemeinen Lebensberatung aufgestellt sind, spezialisieren sich manche Onlineberatungsangebote auf sehr spezielle Zielgruppen oder Fragestellungen. Begleitend zu unseren Projektaktivitäten sind wir an vertiefender Untersuchung zu Angeboten zu speziellen Fragestellungen interessiert. Nach festgelegten Kriterien werden Angebote im Internet, über Konzeption, Jahresberichte o.ä. untersucht. Gegebenenfalls können Leitfaden gestützte Interviews die Erkenntnisse vertiefen. Im wissenschaftlichen Vergleich mit anderen Fachangeboten und wissenschaftlicher Literatur zum Fachgebiet werden Stand und Potentiale der Onlineberatung im Fachgebiet beschrieben. (Prof. Limmer)

2018 startete das Projekt >Trialog im Netz (TriN). Das Projekt will den Prozess der Implementierung des neuen Berufsbildes „Genesungsbegleiter“ unterstützen, mittels eines zu entwickelnden digital gestützten Informations- und Unterstützungsangebots mit interaktiven Beratungsangeboten das deutschlandweit Unternehmen wie Arbeitnehmer/innen zur Verfügung steht. Im Projekt sind studentische Arbeiten vorgesehen. (Prof. Walther)

Onlineberatung - ein Berufsfeld im Umfeld digitalisierter Arbeitswelt, Chancen und Risiken
Virtuelle Sozialräume
Psychosoziale Beratung besitzt einen erhöhten personalen Belastungsfaktor durch die Beschäftigung mit schwierigsten sozialen Problemlagen, Krisensituationen, gepaart mit wenigen unmittelbaren Erfolgserlebnissen. Die traditionelle Beratungsstelle mit Öffnungszeiten, Beratungszimmern, Teeküche und Gemeinschaftsraum etc. begegnet dieser Belastung u.a. durch kollegiale und informelle Austauschplätze oder durch gezielte Steuerung von Arbeits- und Freizeiten. Für die Beratung im virtuellen Raum addieren sich spezifische „Digitale“-Belastungsfaktoren wie ständige Erreichbarkeit etc. Virtuelle Sozialräume sollen zur Entlastung der Fachkräfte in der Onlineberatung beizutragen.
Fragen: Welche Form virtueller Sozialräume haben sich bisher entwickelt. Was sind Erfolgsfaktoren in Sozialräumen und virtuellen Sozialräumen. Werden die entwickelten Modelle den Entlastungszielen gerecht? Welche möglichen Weiterentwicklungen ergeben sich?Vernetzte Arbeitsplatzmodelle
Viele Arbeitnehmer/innen (62%) wünschen sich ein Arbeiten von zuhause. Homeoffice trägt dazu bei, dass traditionelle betriebliche Strukturen weniger bindend werden. Zudem wächst die Zahl der Selbstständigen. Es enstehen eine Art Patchwork-Arbeitsplätze, die Arbeitswoche setzt sich aus mehreren Auftraggebern zusammen, deren Akquisition, Pflege und Administration Zeitbudgets erfordert und im Zweifelsfall damit die Wochenarbeitszeit erhöht. Fragen der Alterssicherung, der geregelten Arbeitszeit etc. müssen individuell gelöst werden.
Fragen: Was sind die Folgen für die psychosozialen Berufsgruppen in der Onlineberatung? Wo liegen die Chancen und wo die Gefahren? Welche Erfahrungen aus anderen Berufsfeldern liegen vor und wie können diese Erfahrungen positiv in die psychosoziale Berufswelt der Onlineberatung übertragen werden.

Netzwerkorientierte Gestaltung von Organisationsformen
Onlineberatung eröffnet die Chance der intensiven Zusammenarbeit von Spezialisten. Ratsuchenden kann in der Onlineberatung ein orts- und zeitunabhängiger Übergang in ein anderes Fachgebiet ermöglichen. Doch für die Berater/innen beinhaltet eine Übergabe, Übernahme oder Kooperation häufig ungelöste Konflikte zu Datenschutz, Haftungsfragen, Beschwerdemanagementstrukturen etc. Unsere These ist, dass der Bedarf an innovativen Organisationsformen und Kooperationsvarianten im Bereich der Onlineberatung erheblich ist.
Fragen: Welche Ansätze neuer Organisationsformen haben sich in der Pionierphase der Onlineberatung entwickelt? Welche Modelle und Erfahrungen sind aus anderen Berufsbranchen beschrieben? Wie kann man diese Erfahrungen in das psychosoziale Berufsfeld der Onlineberatung übertragen?

Erste Schritte zur Themensuche
Wenn Sie einen persönlichen Zugang zur Onlineberatung haben – Sie haben Onlineberatungspraxis, die Onlineberatungsausbildung oder Sie brennen für die Etablierung von Onlineberatung in einem spezifischen Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit (z.B. Psychische Erkrankungen, pflegende Angehörige, Gesundheit, Migration, Flucht), machen Sie sich gerne Gedanken, ob eine Arbeit in diesem Bereich für Sie lohnend sein könnte. Wir erwarten von Ihnen:
– Einen fundierten Themenvorschlag, basierend auf einer Idee und einer persönlichen Motivation zum Thema Onlineberatung
– Ggf. Eine Anmeldung des Themas bei Ihrer Professorin, Ihrem Professor.
– Eine Gliederung
– Eine Literaturliste
Im Gegenzug erhalten Sie von uns:
– Unterstützung bei der Eingrenzung Ihrer Idee
– Unterstützung bei der Erschließung Ihrer Informationsquellen
– Rückmeldung über einen Erstentwurf
– ggf. Unterstützung bei der Publikation gelungener Ergebnisse
 

> Vergebene Themen