OMM Onlineschlafberatung zur Müdigkeitsminderung

Vorstudie zur Entwicklung eines internetgestützten Programms zur Prävention von Schlafstörungen insb. bei Mitarbeiter/innen im Schichtdienst
(Oktober 2016 bis März 2018, Fortsetzung ab 2019)


Ziel des Vorhabens war es, ein internetgestütztes Programm zu entwickeln, das zur Prävention von Schlafstörungen eingesetzt werden kann und verhaltensorientierte Bausteine zum besseren Umgang mit Schlafproblemen enthält. Neben einem Selbsttest zur ersten Einschätzung von Schlafstörungen, einem Schlaftagebuch zur Kontrolle der Schlafeffizienz, setzt das Programm wesentlich auf eine individualisierte Onlineberatung, die Hilfe und Unterstützung bei der Verbesserung der Schlafeffizienz leisten und zur Verminderung der Symptome des SWD beitragen kann. Die wesentlichen Bausteine, die im Rahmen des OMM-Programms entwickelt wurden, sind:

  • Selbsttest
  • Schlaftagebuch
  • Auswertung und Feedback
  • Onlineberatung
  • Evaluationsmodule

Projektergebnisse

Das Projekt konnte einen wesentlichen Beitrag für ein Programm zur Prävention von Schlafstörungen insbesondere bei Mitarbeiter/innen im Schichtdienst leisten.
Ausgangspunkt des Projekts war die Überlegung, mit einem internetbasierten Beratungsangebot die bislang ausschließlich an Präsenz gebundene Schlafberatung online zu ergänzen, um die Möglichkeiten der Inanspruchnahme zu erweitern. Konzipiert wurde eine Onlineschlafberatung, die an die besonderen Bedingungen internetbasierter Unterstützungssysteme angepasst wurde und über ein weitgehend manualisiertes Verfahren realisiert wurde.
50 Teilnehmende, überwiegend aus unterschiedlichen Produktionsstandorten der Robert Bosch GmbH begannen die Onlineschlafberatung. Die geplanten Projektziele im Sinne der Verbesserung von Schlafstörungen und Müdigkeit durch Onlineschlafberatung wurden bei der Stichprobe von 24 Personen, die das Beratungsprogramm bis zum Auswertungsstichtag vollständig durchlaufen haben, erreicht.
Ein weiterer Förderantrag wurde beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Förderung empfohlen und ermöglicht damit aller Voraussicht nach ab Beginn 2019 eine Fortführung der erfolgreichen Pionierarbeit für die gezieltere Auswertung der ersten Ergebnisse, der Ergänzung des Schlaftagebuchs mit teilautomatisierter Datenermittlung sowie einer Erweiterung der Beratungen und einer begleitenden Evaluation. Weitere Publikationen und Ergebniszusammenfassung.


Prof. Dr. Kneginja Richter beim Kongress Hack and Make im Juli 2017 in Nürnberg Video

Hintergrund

Das Projekt war eine Kooperation der Sprechstunde für Chronobiologie der PMU, Klinikum Nürnberg und des Institut für E-Beratung an der TH Nürnberg.


Das Forschungsprojekt wurde von der STAEDTLER Stiftung mit einer Förderung in Höhe von 40.000 Euro unterstützt. (Förderzeitraum 09/2016-03/2018)

Da in der heutigen mediatisierten Alltagswelt die internetgestützte Kommunikation selbstverständlich geworden ist und jederzeit zur Verfügung steht (z.B. über Smartphone), soll insb. dieser Kommunikationskanal für das Präventionsprogramm genutzt werden. Nachdem mittlerweile in Deutschland Gesundheitsinformationen weitgehend im Internet gesucht werden (69% der Deutschen nutzen das Internet, 68% nutzen Ärzte als Informationsquelle zu gesundheitsrelevanten Themen; GIM Studie 2015) und nach einer repräsentativen Studie für fast die Hälfte aller Deutschen (43,7%) das Internet im Bedarfsfall bei psychosozialen Problemen eine Anlaufstelle darstellt (Eichenberg/Brähler 2013), bietet sich eine internetgestützte Form der Prävention von Schlafstörungen geradezu an.
Die Vorteile liegen zum einen in der Unabhängigkeit von Sprechzeiten und Terminvereinbarungen, und zum anderen in der Ersparnis von Fahrtzeiten und –kosten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit über eine geschützte Verbindung niedrigschwellig von verschiedenen Orten, z.B. von zuhause aus, am Programm teilzunehmen. Damit können wesentlich mehr Personen erreicht werden als durch ärztliche Konsultationen und – sofern entsprechende Beratungsfachkräfte zur Verfügung stehen – auch bereits in einem frühen Stadium Schlafprobleme wirksam angegangen werden, bevor es zu einer Chronifizierung kommt. Aufgrund der vielen Vorteile ist eine deutlich höhere Akzeptanz, Wirksamkeit und Linderung der Schlafstörungen zu erwarten.

Abbildung: Vierwöchiger Zeitverlauf des Präventions- und Interventionsprogramms zu Schlafstörungen

Studentische Arbeiten

  • Leistungsfähigkeit und Integration von Actiwatches in ein Online-Schlaftagebuch (> OMM)
    Christian Trump, (Masterarbeit Informatik, Prof. Florian Gallwitz, Institut für E-Beratung Prof. Robert Lehmann, 2018)
  • Entwicklung einer Mailberatung (> OMM)
    Tim Schwarte (Bachelorarbeit Informatik, Prof. Joachim Scheja, Institut für E-Beratung Prof. Richard Reindl, 2018)
  • Technische Umsetzung eines Online-Schlaftagebuches (> OMM)
    Marco Fuchs, Dominik Pusch und Tim Schwarte (IT-Projekt Informatik, Prof. Joachim Scheja, Institut für E-Beratung Prof. Richard Reindl, 2017)