Beteiligung ist Mehrwert

Projekt „Beteiligung ist Mehrwert“ – Digitale und analoge Beteiligungstools zur Stärkung der Partizipation in der Hilfeplanung. Beauftragt vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Landesjugendamt (Start 2026)


Der Freistaat Sachsen verfolgt mit dem Projekt „Beteiligung ist Mehrwert“ das Ziel, bestehende Beteiligungsprozesse praxisnah weiterzuentwickeln und durch digitale sowie analoge Instrumente zu ergänzen. Dabei soll ausdrücklich an bestehende fachliche Praxis angeknüpft werden. Digitalisierung wird dabei als unterstützendes Element gesehen, um Beteiligung transparenter, verständlicher und niedrigschwelliger zu gestalten.
Die qualitative Studie „Entwicklungsbedarf in der Hilfe zur Erziehung in Sachsen aus der Perspektive von Jugendlichen mit Erfahrung in Jugendhilfeeinrichtungen über Tag und Nacht“ (2024) zeigt auf, dass junge Menschen sich im Hilfeplanverfahren eine stärkere Beteiligung, mehr Transparenz sowie besser nachvollziehbare Kommunikations- und Entscheidungsprozesse wünschen. Insbesondere äußern Jugendliche den Wunsch, ihre Anliegen und Perspektiven frühzeitig, verständlich und adressatengerecht in die Hilfeplanung einbringen zu können.
 
Das IEB setzt in diesem Projekt seine interdisziplinären Expertisen ein. Neben der iterativen technischen Entwicklung mit Co-Design Workshops, bringt das Projektteam die Erfahrungen aus Projekten mit anderen Jugendämtern (z.B. KI-unterstützte Kommunikationsprozesse in der Hilfeplanung in Osnabrück, Onlineberatung der Stadt Nürnberg) oder auch der Einsatz leichter Sprache (KIESA) ein und entwickelt passende Evaluationsinstrumente und Schulungsangebote.
Im Austausch mit den Fachkräften des ASD sowie unter Beteiligung der jungen Menschen selbst, sollen Werkzeuge entwickelt und erprobt werden, die Jugendliche vor und während der Hilfeplangespräche unterstützen und gleichzeitig Fachkräften zusätzliche methodische Hilfen für eine strukturierte, adressatengerechte und dialogorientierte Gesprächsführung bieten.
 
Von den geplanten analogen und digitalen Beteiligungsinstrumenten werden insbesondere folgende Effekte erwartet:

  • Mehr Partizipation: Jugendliche erhalten zusätzliche Möglichkeiten, ihre Anliegen, Wünsche und Ziele selbstbestimmt in den Hilfeprozess einzubringen.
  • Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Hilfeplangespräche sowie vereinbarte Ziele und Entscheidungen werden für Jugendliche verständlicher und besser nachvollziehbar gestaltet.
  • Mehr Motivation und Selbstwirksamkeit: Niedrigschwellige Beteiligungsangebote und Materialien in einfacher Sprache stärken die aktive Mitwirkung junger Menschen.
  • Mehr Unterstützung für Fachkräfte: Strukturierte Beteiligungsinstrumente können Fachkräfte dabei unterstützen, Hilfeplangespräche effizient, partizipativ und zielorientiert zu gestalten.

Dadurch kann die Hilfeplanung insgesamt adressatenorientierter, transparenter und wirksamer gestaltet werden. Ziel ist es, die Beteiligungsrechte junger Menschen weiter zu stärken und Hilfeplanung als gemeinsamen dialogischen Prozess weiterzuentwickeln.

Vision

Perspektivisch könnten die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse eine Grundlage für spätere Forschungsvorhaben zur Nutzung KI-gestützter Assistenzsysteme in der Jugendhilfe bilden. Solche Funktionen sind jedoch ausdrücklich nicht Gegenstand des Projekts ‚Beteiligung ist Mehrwert‘ und werden im Rahmen des Projektes weder entwickelt noch erprobt.
Das Beteiligungs-Tool könnte eine Grundlage sein, für den Einsatz von KI-Elementen, die Jugendliche und Fachkräfte durch strukturierte inhaltliche und sprachliche Aufbereitungen sowie kontextbezogene Reflexionsimpulse unterstützen kann. Wie die IEB-Projekte KIA und KIESA zeigen, werden damit Entlastungsangebote geschaffen, die helfen können, mehr Raum für die eigentliche Beziehungsarbeit zu schaffen.