Selbstlernkurs: Digitale Streetwork

Im Rahmen der Förderung durch die virtuellen Hochschule Bayern (vhb) entsteht ein Kursangebot zum Thema Digitale Streetwork – Ein Überblick mit Praxisbeispielen und Selbsterkundung – offen für alle: open vhb (2026-2028).


Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus sozialen Beratungsfeldern. Der Kurs bietet einen Überblick über wichtige Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit digitaler Streetwork (DSW) und zeigt über Praxisbeispiele sowie eigene Recherchen den Weg zur digitalen Streetwork, immer im Zusammenhang mit dem eigenen Arbeitsfeld. Ein Ziel ist es den Fachkräften zu einer Entscheidung zu führen, ob und ggf. wie sie DSW in ihr Arbeitsfeld kompetent einbinden. Der modulare Aufbau soll dazu beitragen, dass im besten Fall alle Lernenden eine oder mehreren Ideen im Kurs finden und für ihre Praxis mitnehmen können.
Geschichte und Begriffsbestimmung
Digitale Räume sind heute weit mehr als bloße Kommunikationskanäle: Sie sind zu zentralen Sozialräumen geworden, in denen sich Sozialisation, Identitätsbildung und Krisenverarbeitung vollziehen und die damit auch für die Soziale Arbeit als feste Handlungsorte unverzichtbar geworden sind (Stieler & Zauter, 2022). In diesem Kontext gewinnt Digital Streetwork zunehmend an Relevanz: Als digitale Form aufsuchender Sozialer Arbeit sucht es junge Menschen gezielt in ihren digitalen Lebenswelten auf und schafft dort niedrigschwellige Möglichkeiten für Kontakt, Beratung und den Aufbau tragfähiger Beziehungen (vgl. Erdmann & Brüggen 2023; Stieler & Kühne 2024). Digital Streetwork überträgt klassische Prinzipien aufsuchender Arbeit (u.a. Lebensweltorientierung, Niedrigschwelligkeit, Beziehungsarbeit) in mediatisierte Kontexte.
Das Feld ist in diesem Jahrhundert historisch gewachsen: Erste Formen von Online-Streetwork entstanden bereits in den 2000er-Jahren (vgl. Neurohr 2011). Seit den 2010er-Jahren hat sich eine differenzierte Projektlandschaft entwickelt, die unter Begriffen wie Online-Streetwork, Digital Streetwork oder virtuell-aufsuchende Arbeit entwickelt (Bollig 2015). Aktuelle Forschungsberichte zeigen eine zunehmende Professionalisierung, Standardisierung und konzeptionelle Klärung (vgl. Lehmann et al. 2023 ; Erdmann & Brüggen 2023).
Aktueller Fachdiskurs
Im aktuellen Fachdiskurs wird Digital Streetwork zunehmend nicht mehr nur als digitale Erweiterung bestehender Angebote verstanden, sondern als eigenständiges, zugleich noch näher auszudifferenzierendes Handlungsfeld. Diskutiert werden dabei vor allem Fragen der professionellen Standards, des Datenschutzes sowie der strukturellen Verankerung digitaler aufsuchender Arbeit.
Gliederung
1. Digitale Streetwork, ein Überblick mit Praxisbeispielen und Selbsterkundung
2. Digital Streetwork in meinem Arbeitsfeld
a) Suchtarbeit
b) Jugend(sozial)arbeit
c) Migrationsberatung
d) Weitere Themenfelder, beispielsweise Extremismusprävention, Hatespeech und Gaming.
3. Besonderheiten des Sozialraumes Soziale Medien
4. Wege zur digitalen Ansprache
5. Zusammenfassendes Fazit, Kursabschluss