Bericht vom Fachtag „Onlinekommunikation in Beratung und Supervision“

Am 4. April fand in Frankfurt a. Main der Fachtag „Onlinekommunikation in Beratung und Supervision“, veranstaltet vom Institut für E-Beratung in Kooperation mit der Fachgruppe Onlineberatung der DGSF statt.

30 interessierte Teilnehmende wurden zunächst in einem Vortrag von Prof. Richard Reindl (Akademischer Leiter des Instituts) zum Thema „Analoge und digitale Kommunikation – Chancen für Beratung“ dazu angeregt sich mit aktuellen gesellschaftliche Entwicklungen auseinander zu setzen und deren Potentiale für die Beratung zu erkennen. Reindl beleuchtete in seinem Vortrag zunächst die unterschiedlichen Kommunikationsformen und deren Besonderheiten und leitete dazu über welche Auswirkungen die Mediatisierung und Digitalisierung unserer Kommunikation auch auf den Beratungssektor hat.

Anschließend beschäftigte sich Joachim Wenzel (SDI Mainz, Fachgruppenleiter der DGSF) in seinem Vortrag zum Thema „Neue Medien in der Beratung“ mit dem „Mythos der Unmittelbarkeit“ in der Face-to-Face-Kommunikation. Wenzel veranschaulichte welche Bedeutung Medien schon immer in Kommunikation und Beratung hatten und spannte so den Bogen zur Onlineberatung, die sich bestimmter Medien bedient, um (Beratungs-)Kommunikation zu ermöglichen.

Anschließend diskuierten die Teilnehmenden zunächst im Plenum ihre bisherigen Erfahrungen mit Onlinekommunikation und -beratung. Es wurde deutlich, dass viele der Teilnehmenden bereits den internetgesetützten Kommunikationskanal für den Kontakt mit ihren Kund*innen und Klient*innen nutzen – mal mehr, mal weniger bewusst.

Nach der Mittagspause wurde in drei Workshops weiter diskutiert. Maria Große Perdekamp (Leiterin der BKE Onlineberatung) berichtete über das Angebot der BKE als „Bundeszentrales Onlineberatungs-Portal mit Fachkräften unterschiedlicher Träger“ und stellte den Teilnehmenden ein Beispiel aus der Chatberatung vor, dass die Dynamik dieses Kommunikationskanals deutlich machte.

Nina Schweigert (Leiterin der YouthLifeLine Onlineberatung) brachte den Teilnehmenden die Potentiale der Onlineberatung über ein „Portal mit fachkräfteunterstützter Peerberatung“ nahe. Ein Beispiel aus der webgestützten Mailberatung im Kontext „Suizid“ verdeutlichte die Arbeitsweise und Begleitung der jugendlichen Peer-Berater*innen von YouthLifeLine und den Umgang mit dieser Thematik.

Emily Engelhardt (Geschäftsführerin des Instiuts für E-Beratung) gab in ihrem Workshop zum Thema „Onlineberatung bzw. -supervision freiberuflich“ einen Überblick über die Möglichkeiten des Einsatzes von Onlineberatung für freiberuflich oder selbständig Tätige. Es wurden Konzepte und Finanzierungsmöglichkeiten sowie technische und qualifikatorische Aspekte diskutiert.

In der Abschlussdiskussion wurde deutlich, dass Onlineberatung nicht mehr „nur“ textbasiert stattfindet, sondern das inzwischen auch videogestützte Verfahren stärker zunehmen. Viele Fragen hinsichtlich der Technik und Datensicherheit bleiben in Bezug auf die Onlineberatung weiter diskussionsbedürftig. Ein spannender Diskussionspunkt war unter anderem, inwieweit die „face-to-face“ Beratung von der Onlineberatung lernen und profitieren kann.

Wir hoffen, der Fachtag hat angeregt und zur Sensibilisierung beigetragen und danken allen Teilnehmenden und den Referent*innen für ihre engagierte Beteiligung!